Eine Rose für Bach  

Beginn der Saison 2017 der Geöffneten Kaufmannskirche am Anger

Dienstag, 21. März, 11 Uhr

Gerade hat der Winter erst richtig angefangen, da schauen wir schon in den Frühling und das heißt hier: auf den Beginn der Saison der „Verlässlich geöffneten Kaufmannskirche am Anger”.

Zum 332. Geburtstag Johann Sebastian Bachs, dessen Eltern einst vor unserem Friedemann-Altar getraut wurden, werden wir die Türen der Kaufmannskirche wieder allen öffnen, die diese Oase im Alltagstrubel der Stadt aufsuchen möchten.

Der Gottesdienst „Eine Rose für Bach” am 21. März ist jedoch nicht nur Saison-Eröffnung, sondern zugleich ein Dank an die Ehrenamtlichen, die durch ihre Tätigkeit diese Offenheit der Kirche für die Stadt und ihre Gäste ermöglichen.

Seit einiger Zeit setzt sich unsere Bischöfin Ilse Junkermann für die zuverlässige Öffnung möglichst vieler Kirchen in unserer Landeskirche ein. Da wir das durch dankenswert großes Engagement einer kleinen Gruppe von Ehrenamtlichen bereits seit vielen Jahren praktizieren, haben wir Bischöfin Junkermann eingeladen, im Jahr des Reformationsgedenkens den Gottesdienst zum Saison-Beginn der Geöffneten Kirche mit uns gemeinsam zu feiern. Sie hat zugesagt, und wir freuen uns auf diesen Gottesdienst mit ihr.

Alle Teilnehmenden werden gebeten, nach Möglichkeit eine Rose mitzubringen.

In der Kaufmannskirche am Anger, der Hauskirche der Erfurter Bach-Familien, wurden 73 Kinder aus ihren Reihen getauft und 19 Paare getraut. Als bis heute bekanntestes Paar traten im Jahr 1668 die Eltern von Johann Sebastian Bach vor den aus der Renaissance-Zeit stammenden bedeutenden Traualtar. In der 1368 geweihten Kirche predigte 1522 der Reformator Martin Luther, dessen Bronze-Denkmal vor der Kirche auf dem einstigen Gottesacker steht. Hier wurden seinerzeit 60 Angehörige der Bach-Familien begraben. Aufenthalte von Johann Sebastian Bach in Erfurt lassen sich zwei nachweisen: 1716 nahm er die Orgel in der Augustinerkirche ab und 1728 konsultierte er den Erfurter Musikgelehrten Jakob Adlung. In den Lebenserinnerungen seines Sohnes Carl Philipp Emanuel beschreibt dieser alljährliche Familientage der großen Familie Bach. "Der Versammlungsort war gewöhnlich Erfurt, Eisenach oder Arnstadt". Daraus ist zu schließen, dass Johann Sebastian noch häufiger in Erfurt anzutreffen war.