Kaufmannskirche

Die Kunstwerke


Eine Kirche ist kein Museum. Sie ist ein Ort, an dem Gott im gesprochenen und gesungenen  Wort, im gemalten und plastischen Bildwerk und im Musizieren gelobt und angebetet wird. Hier kommt er im Sakrament zu den Menschen und erneuert seine Zusage des Heils. Die Kunstwerke innerhalb der Kirche dienen einzig diesem Zweck. Dessen sollten sich alle Besucher einer Kirche, ob gläubig oder nicht gläubig, inne werden, wenn sie diesen Raum betreten.

Bei der Wohlhabenheit ihrer Gemeinde hat die Kaufmannskirche im Laufe des Mittelalters eine reiche Ausstattung erhalten, wovon allein schon das einstige Vorhandensein von etwa neun oder zehn Altären Kunde gibt. Seit der Einführung der Reformation ist sie jedoch im Wesentlichen zugrunde gegangen. Insbesondere von ihrem 1492 errichteten Hochaltar, der dem im selben Jahr entstandenen großen Altarwerk der Predigerkirche wahrscheinlich an Schönheit und Bedeutung vergleichbar gewesen ist, wissen wir, dass er 1594 beim Einsturz des Chorgewölbes zerstört worden ist. Als Reste der alten Ausstattung haben sich lediglich noch das über der Sakristeitür befindliche Kruzifix vom Ende des 15. Jahrhunderts sowie die holzgeschnitzten Tafeln des Sippenaltars an der Ostwand des südlichen Seitenschiffs (Arbeit des in Erfurt tätig gewesenen Meisters Peter von Mainz, um 1520/30) erhalten.

Statt dessen empfängt jetzt die Kirche ihr besonderes Gepräge durch ihre zwischen 1584 und 1625 geschaffenen großartigen Renaissance-Bildwerke. Altar, Kanzel und Taufstein als liturgische Ausstattungsstücke und die großen Wandepitaphe im Chor machen den Kirchenraum gleichsam zu einer Schau der Erfurter Renaissance- und Frühbarockplastik. Sämtliche Werke sind Arbeiten der Erfurter Künstlerfamilie Friedemann (bzw. Fridemann), insbesondere der Bildhauer Hans Friedemann d. Ä. (gest. vor 1605) und Hans Friedemann d. J. (gest. um 1628), des Ersteren Sohn .

Die vielen und bedeutenden Kunstwerke der Kaufmannskirche können über die oben stehenden Links durch Anklicken im Internet besucht werden. 

Auf den jeweiligen Seiten ist eine vergrößerte Ansicht der Kunstwerke durch Anklicken der Bilder zu erreichen.

Weitere Kunstwerke und Ausstattungstücke, wie Glocken, sakrale Geräte, Einzelkruzifixe, der an der Ostwand des südlichen Seitenschiffes befindliche Sippenaltar aus der Werkstatt des Peter von Mainz (um 1520), Grabplatten, werden hier nicht im Einzelnen erläutert.

Stand der Glockensanierung