Sanierung der Kaufmannskirche


Baumaßnahmen zur Substanzerhaltung


Stand am 18. Mai 2007 und Ausblick auf das Jahr:

Inzwischen haben die Bauarbeiten im 1. Bauabschnitt der Sanierung und Substanzerhaltung der  Kaufmannskirche am Anger begonnen. Vorangegangen sind umfangreiche Vorbereitungen, wie Planungen und Ausschreibungen der Gewerke durch das Architekturbüro SMITS + PARTNER, Einholung der vielfältigen Genehmigungen und Sicherung der Finanzierung des Kostenplans im Umfang von 711.500 EUR.

In den folgenden Wochen werden die Gerüste stehen am Kirchenschiff und am Südturm. Der Parkplatz ist während der Sanierungsarbeiten nicht mehr nutzbar. Das Westportal ist nicht mehr geöffnet. Die Schaukästen sind nicht mehr vorhanden. Der Durchgang an der Südseite der Kirche wird gesperrt. Der Zugang zur Kirche erfolgt während der Bauarbeiten nur durch das Südportal.

Im Innenraum des Kirchenschiffs werden an allen Festern Gerüsttürme stehen. Auch für die Sanierung der Obergadenfenster werden im Innenraum sechs Gerüsttürme aufgestellt. Die Fenster und Gerüsttürme werden durch Planen staubdicht verschlossen, damit der Innenraum der Kirche vor Baustaub geschützt wird.

Voraussichtlich bis zum 30. November 2007 werden sieben Gewerke an der Substanzsanierung von Kirchenschiff und Südturm arbeiten. In dieser Zeit werden ausgeführt Gerüstbau, Dachdecker- und Klempnerarbeiten, Zimmer-, Naturstein-, Bleiverglasungs-, Tischler- und Blitzschutzarbeiten.

Während der umfangreichen Bauarbeiten finden die Sonntagsgottesdienste in der Baustelle Kaufmannskirche am Anger statt. Das sonntägliche Gotteslob und das Beten der Gottesdienstgemeinde begleiten das wöchentliche Baugeschehen. Ebenso ist geplant, die Kirche verlässlich von Montag bis Samstag zu öffnen, montags um 12 Uhr 20 MINUTEN ORGELMUSIK und samstags um 18 Uhr ABENDSEGEN + ORGELMUSIK durchzuführen. Die Baustelle Kaufmannskirche am Anger wird auch während der Erfurter Museumsnacht und der 2. Erfurter Nacht der Kirchen geöffnet sein und zum Besuch einladen.

Die Durchführung der umfangreichen Bausubstanzsanierungsarbeiten sind Anlass zur Freude für die Evangelische Kaufmannsgemeinde und für viele Menschen, die mit ihrem Herzen in der Kaufmannskirche am Anger leben. Während der Bauzeit wird es nicht nur geplante Situationen und Zeiten geben. Es wird auch Überraschungen und unvermeidliche Konflikte geben. Kreativer Umgang mit neuen Situationen wird erforderlich werden. Auf kurzfristige Änderungen werden sich alle Beteiligten einstellen müssen. Wer kann dabei menschlich, freundlich, offen, bestimmt und hilfreich bleiben? Ehrenamtlich und beruflich Mitarbeitende der Evangelischen Kaufmannsgemeinde, Handwerker der unterschiedlichen Gewerke, Planer und Architekten und Menschen, die in der Baustelle Kaufmannskirche am Anger zu Gast sind, werden sich darauf einstellen. Und von fern winkt die Freude, denn bald sind sechs Monate vorbei und dann werden wir in der Kaufmannskirche am Anger die Weihnacht 2007 feiern. Und 2008 wird der 2. Bauabschnitt folgen. Doch bis dahin stehe das Sanierungs- und Baugeschehen unter Gottes Segen.

Stand am 04. Juli 2007:

Gerüstbau: Die Einrüstung der Fassaden und des Südturmes ist abgeschlossen, ebenso der Aufbau der Gerüsttürme im Kirchenschiff für die Arbeiten an den Obergadenfenstern. Die Einhausung des Kunstgutes ist, soweit erforderlich, erfolgt.

Dachdeckerarbeiten: Die alte Dachdeckung im Bereich der Traufe an Nord- und Südseite wurde abgenommen, der Dachstreifen provisorisch geschützt. Die Dachdeckerarbeiten werden in Abhängigkeit vom Fortgang der Zimmerarbeiten und vom Wetter fortgesetzt.

Zimmerarbeiten: Die Reparatur der Holzschäden im Traufbereich (Beseitigung älterer Feuchtigkeits- und Schwammschäden) wurde begonnen.

Steinrestaurierung: Die Arbeiten am Langhaus (Steinsicherung, Fugenausbau, Reinigung) werden fortgesetzt und die am Südturm wurden begonnen.

Bleiverglasung: Mit den Arbeiten an der Rechteckverglasung (Vorbereitung in der Werkstatt) für Seitenschiffe und Westgiebel wurde begonnen.

Tischlerarbeiten: Schallluken und Fenster des Südturmes wurden ausgebaut und provisorisch geschlossen.

Stand am 01. September 2007 und Ausblick:

Für die Maßnahmen zur Substanzsicherung und zur Substanzerhaltung der Kaufmannskirche am Anger Erfurt sowie zur Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit auf Grundlage des Maßnahmen- und Kostenplans für die Gesamtmaßnahme aus dem Jahr 2006 wird 2007 der 1. Bauabschnitt mit einem förderfähigen Kostenvolumen finanziert und bis 30. März 2008 abgeschlossen. Anschließend ist zum Abschluss der Substanzsicherung der Gebäudehülle ein 2. Bauabschnitt notwendig.

Die Evangelische Kaufmannsgemeinde ist sehr froh über die übereinstimmenden Interessen zur Priorität und Förderung der dringend erforderlichen Sanierung der Kaufmannskirche am Anger. Im 1. Bauabschnitt sind die Sanierung von Kirchenschiff (Dach, Steinsanierung, Fenster) und Südturm (Steinsanierung) gemäß Fördermittelvereinbarungen bis 31. März 2008 abzuschließen. Die Maßnahmenerweiterung führt ab Oktober im 1. Bauabschnitt dazu, dass in die Sanierung der Chorraum der Kirche einbezogen wird. Hier erfolgen bis 31. März 2008 die Arbeiten an Dach und Fenstern.

Die hohen anerkannten förderfähigen Kosten sind eine große Aufgabenstellung für die Evangelische Kaufmannsgemeinde als Bauherrin und für das Architekturbüro Smits+Partner Erfurt. Es ist aber auch ein großes Vertrauen, das die Förderpartner mit Städtebaufördermitteln, Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und mit Mitteln des Thüringischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie der Evangelischen Kaufmannsgemeinde entgegenbringen. Der Evangelische Kirchenkreis Erfurt setzt 2007 mit Mitteln aus dem Baulastfonds zur Eigenmittelverstärkung einen Schwerpunkt.

Die beteiligten Fördermittelgeber haben in einer gemeinsamen Beratung am 24. Juli 2007, an der neben dem Baupfleger des Evangelischen Kirchenkreises Erfurt auch Kirchoberbaurat Michael Sußmann vom Kirchenamt der Förderation Evangelischer Kirchen in Mitteldeutschland beteiligt war, insbesondere für Steinrestaurierung und -konservierung im Bereich der Fassaden des Kirchenchores einen 2. Bauabschnitt zur Föderung für das Jahr 2008 vereinbart. Die Förderung erfolgt zu 60 % aus Städtebaufördermitteln und zu 40 % aus kirchlichen Mitteln. Für die kirchlichen Mitteln liegt seitens des Evangelischen Kirchenkreises Erfurt die Zusage vor, sich zu gleichen Teilen 2008 an der Förderung mit Mitteln aus dem Baulastfonds zu beteiligen. Der Gemeindekirchenrat der Evangelischen Kaufmannsgemeinde beantragt daher zu gleichen Teilen die Förderung aus Stiftungsmitteln für 2008 bei der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und bei der Kirchbaustiftung.

Die künftigen Aufgaben und das über die Erhaltung der Bausubstanz hinausgehende Sanierungsziel der Kaufmannskirche am Anger werden derzeit durch den Gemeindekirchenrat der Evangelischen Kaufmannsgemeinde Erfurt unter Beteiligung des Kirchenamtes der Förderation Evangelischer Kirchen in Mitteldeutschland, des Evangelischen Kirchenkreises Erfurt, des Thüringischen Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie und des Amtes für Baukoordinierung, Stadterneuerung und Denkmalpflege der Stadtverwaltung der Landeshauptstadt Erfurt unter besonderer Berücksichtigung „2017 - 500 Jahre Reformation“ erarbeitet und in einem Masterplan zusammengeführt.

Stand am 26. Oktober 2007:

Neben der Friedemannschen Kanzel ist nun ebenso der reformatorische Traualtar der Bacheltern verpackt. Die umfangreichen Arbeiten der Substanzerhaltung und Substanzsanierung der Kirche werden am gotischen Chorraum fortgesetzt.
 
In den zurückliegenden Wochen wurden in den Kirchenschiffen die Gerüste abgebaut. Am Westgiebel und an den Obergaden hat der Rückbau der Gerüste begonnen. Der erste Blick auf die sanierte Sandsteinfassade ist möglich. Die erneuerten Kirchenfenster werden sichtbar. Die neue Dachdeckung des Kirchenschiffes der Erfurter Luther- und Bachstätte ist vom Anger her zu sehen.

Stand am 20. November 2007 und Ausblick:

Inzwischen sind die Gerüstplanen verschwunden, die Gerüste an Nord- und Südschiff, am Westgiebel und am Südturm abgerüstet, der Bauzaun zurückgebaut. Die Dächer vom Mittelschiff, zwischen den Chortürmen und Chorraum sind neu gedeckt. Die Steinsanierung an Nord- und Südschiff, Westgiebel und Südturm ist abgeschlossen. Die neue Bleiverglasung der gotischen Fenster in den Kirchenschiffen und die restaurierten Obergadenfenster sind sichtbar. Das Zifferblatt der beleuchteten Turmuhr im Südturm ist in diesen späten Herbsttagen durch die entlaubten Bäume vom blechkübligen budenbezaubernden Anger her deutlich sichtbar. Das West- und das Nordportal sind wieder verschlossen. Durch die drei Portale ist jetzt ein barrierenfreier Zugang möglich. Restarbeiten werden in den Adventswochen noch ausgeführt. Die Freude über die abgeschlossene Substanzerhaltung und –sanierung in wesentlichen Bereichen des ersten Bauabschnitts der Kaufmannskirche am Anger ist Grundlage für viel Gesprächsstoff. Der Dank für den gut geplanten und zielsicheren Bauablauf gilt allen Beteiligten bei Glühwein an einem Tag des Adventskalenders.

Lediglich der Chorraum der Kirche ist weiterhin eingerüstet. Hier werden die bleiverglasten Chorfenster bis Ostern erneuert. Im Innern der Kirche ist bis auf den Taufstein die reformatorische Ausstattung weiterhin hinter Gerüstplanen verschwunden. Die Friedemannschen Kunstwerke Kanzel und Altar bleiben eingehaust bis zum Abschluss des zweiten Bauabschnitts im Herbst 2008.

Stand am 15. März 2008 und Ausblick:

Die Bauarbeiten im erweiterten 1. Bauabschnitt der Sanierung und Substanzerhaltung der  Kaufmannskirche am Anger sind wie geplant am 31. März 08 abgeschlossen worden. In den letzten Wochen wurden die fünf gotischen Fensterbahnen im Chorraum der Kirche erneuert.

Das Architekturbüro Smits+Partner hat mit der öffentlichen Ausschreibung, der Auswertung und Vergabe den 2. Bauabschnitt vorbereitet. Hier erfolgt die Werksteinsanierung des Chorraums der Kirche. Voraussichtlich sollen die Sanierungs- und Substanzerhaltungsarbeiten im April beginnen. Die Arbeiten werden voraussichtlich am 30. Juni 08 abgeschlossen.

Während der abschließenden Sanierungsarbeiten ist der Besuch der verlässlich geöffneten Kirche und der Sonntagsgottesdienste in der Baustelle Kaufmannskirche am Anger  erwünscht.

Die künftigen Aufgaben und das über die Erhaltung der Bausubstanz hinausgehende Sanierungsziel der Kaufmannskirche am Anger werden derzeit erarbeitet und in einem Masterplan zusammengeführt.

Stand am 15. Mai 2008 und Ausblick:

Im 2. Bauabschnitt erfolgen die Werksteinsanierung des Chorraums der Kirche. Das Architekturbüro Smits+Partner, der Projektbeirat und die verantwortlichen Auftragnehmer treffen bei den wöchentlichen Bauberatungen zusammen. Die Sanierungs- und Substanzerhaltungsarbeiten werden voraussichtlich am 30. Juni 08 abgeschlossen.

Nach Abnahme der Arbeiten können die Baugerüste fallen. Nach dem sanierten Kirchenschiff, den sanierten Türmen wird der sanierte Chorraum der Kirche das Bild der sanierten gotischen Kaufmannskirche aus dem 14. Jahrhundert am nördlichen Anger vervollständigen.

Im Innenraum der Kirche werden die Gerüste an Kanzel, Altar und Epitaphien genutzt, um den Bestand zu dokumentieren, erforderliche Reinigungen und gegebenenfalls Notfestigungen auszuführen.

Die 1992 begonnenen Sanierungs- und Substanzerhaltungsarbeiten an Dächern und Fassaden der Kirche sind nach 16 Jahren abgeschlossen. Aus diesem Anlass plant die Evangelische Kaufmannsgemeinde für Ende August einen Dankgottesdienst.

Stand am 07. Juli 2008 und Ausblick

Ein neuer Blick am nördlichen Anger: die sanierte Kaufmannskirche am Anger. In diesen Tagen sind die letzten Baugerüste verschwunden. Die sanierte gotische Bausubstanz der repräsentativen Erfurter Luther- und Bachstätte ist ein Blickfang für die Passanten. Nach der umfangreichen Steinsanierung, der erneuerten Eindeckung der Chortürme, der neuen Dacheindeckung und der Erneuerung der Kirchenfenster ist der neue Blick im Gespräch der Menschen.

An den Werktagen besuchen durchschnittlich 120 Menschen zwischen 11 und 17 Uhr die verlässlich geöffnete Baustelle, um sich zu informieren. Restarbeiten, Bauendreinigung und Bausäuberung der Friedemannschen Kanzel und des Altars folgen in den kommenden Wochen. Immerhin steht in der Kaufmannskirche mit der Kanzel, dem Altar und dem Taufstein ein hochwertiges und bedeutsames Renaissancekunstwerk der Reformation in Mitteldeutschland.
 

Stand Ende August 2008 

 

Am 24. August feierte die Evangelische Kaufmannsgemeinde einen festlichen Dankgottesdienst anlässlich des Abschlusses der Außensanierung der Kaufmannskirche am Anger, die alles in Allem 1992 begonnen hat.


Ausblick auf die Sanierung des Altarraumes und Restaurierung des Altars
(Stand Ende Juli 2013)

Nach längerer Vorbereitung (Planung, Ausschreibung und Vergabe) können nun entsprechend Ablaufplan die Sanierungsarbeiten im Altarraum der Kaufmannskirche am 02. September beginnen. Zahlreiche Sitzungen und Absprachen der ehrenamtlichen Projektgruppe „Sanierung Chorraum und Restaurierung Altar“ des GKR begleiteten und begleiten das Vorhaben. Dadurch wird sichergestellt, dass die Belange der Gemeinde und die Erfordernisse für eine Stadtkirche ebenso berücksichtigt werden wie die ikonographische Aussage und die denkmalpflegerischen und restauratorischen Anforderungen. Fachleute, wie Architekten, Restauratoren, Denkmalpfleger, und nicht zuletzt Vertreter der Landeskirche und des Kirchenkreises Erfurt sind dabei mit im Boot.

Zunächst wird ein Arbeits-und Schutzgerüst erstellt, d.h. der Altarraum wird komplett eingerüstet, so dass sowohl die Bauarbeiten an Decke und Wänden ausgeführt werden können als auch Altar und Kanzel vor den Beeinträchtigungen durch diese Arbeiten geschützt sind. Damit ist der Chorraum vollständig vom Langhaus getrennt, so dass auch das Eindringen von Baustaub in das Kirchenschiff verhindert wird. Dieses Gerüst soll Anfang September 2013 aufgebaut werden, dazu müssen auch die ersten drei Bankreihen vorübergehend ausgebaut werden. Die eigentlichen Arbeiten umfassen dann im Wesentlichen Putz- und Restaurierungsarbeiten an den Wänden (wobei zunächst Putz und Bitumenanstrich im Sockelbereich entfernt werden müssen), Maurerarbeiten im Fußbodenbereich, Tischlerarbeiten an der Decke, Maler- und Restaurierungsarbeiten an Decke und Wänden. Diese Arbeiten sollen Anfang Oktober 2013 beginnen und (nach Unterbrechung im Winter) Ende April 2014 beendet sein. Das aufgebaute Gerüst dient aber auch als Arbeitsgerüst für die Restaurierung des Altars. Nach Abschluss der staubintensiven Bauarbeiten soll damit voraussichtlich (wenn witterungsbedingt möglich) Ende Oktober begonnen werden. Wir werden uns also für eine längere Zeit an die "Baustelle Kaufmannskirche" gewöhnen müssen, freuen uns aber vor allem, dass die Sanierung / Restaurierung dank der Förderung mit Bundesmitteln, Landesmitteln, Mitteln der EKM und des Kirchenkreises möglich geworden ist. Natürlich haben wir als Gemeinde auch einen entsprechenden Beitrag in Form von Eigenmitteln zu leisten. Der Gesamtumfang des ersten Bauabschnittes für Altarraum und Altar mit 284 T€ wurde vom GKR bestätigt. Wir hoffen, dass mit weiteren Fördermitteln auch der zweite Bauabschnitt 2014 begonnen werden kann, so dass nach der abgeschlossenen Außensanierung auch ein in der Bausubstanz gesicherter und renovierter Altarraum sowie ein restaurierter Altar im einmaligen Friedemannschen Kunstensemble die Gemeinde und alle Besucher unserer Kaufmannskirche erfreuen werden.

Stand am 13. September 2013

Mit einer Andacht am 13. September 2013 in der Kaufmannskirche wurden die Sanierung des Altarraumes und die Restaurierung des Friedemannschen Altars offiziell eingeleitet. Anschließend wurden Dankes- und Grußworte von Herrn Holger Reinhardt, Landeskonservator des Freistaates Thüringen, Herrn Carsten Schneider, Mitglied des Deutschen Bundestages, der sich intensiv für die Bereitstellung von Fördermitteln des Bundes im Rahmen des Denkmalschutzprogrammes eingesetzt hat, sowie Herrn Pfarrer i. R. Thomas M. Austel als Mitglied der Projektgruppe gehalten. Alle Redner wünschten dem Restaurierungvorhaben gutes Gelingen. Ein großes Foto  des durch die Verhüllung des Altarraumes nicht sichtbaren Altars, das vor der Abdeckplane angebracht ist, fand allgemein großen Beifall (hier Bilder).

Stand am 20. November 2013

Der gesamte über 2 m hohe Bitumenanstrich – angebracht zu Beginn des 20. Jahrhunderts - wurde mühsam per Hand entfernt, ein neues Türblatt an der Nordseite wird die früher in der Sakristei eingebaute Renaissancetür aufnehmen. Im gesamten Chorraum wurde der schadhafte Putz entfernt, die Wände zum Teil neu verputzt, geglättet und auch die Decke gestrichen. Dabei ist ein Gewirr von Gerüsten die Voraussetzung für die Arbeitsebenen der Handwerker.

Bei der Erneuerung des Fußbodenaufbaus vor den Treppenstufen stieß man auf Reste von Grabgewölben, sodass erst weitergearbeitet werden konnte nach der Begutachtung und Freigabe durch Frau Dr. Sczech vom Thüringischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie.

Für den Laien besonders beeindruckend war die Vielzahl von Leitungen, die vor dem Verputzen an den Wänden und im Fußboden installiert wurden. Sie sind das Herzstück für Beleuchtung und Medientechnik.

Nun geht die Sanierung des Chorraumes ihrem Ende entgegen und die Altarrestaurierung kann beginnen. Die Vorbereitungen laufen, denn jeder Tag mit verträglichen Temperaturen muss genutzt werden. Mit einer Zusatzheizung soll der Endpunkt für dieses Jahr noch möglichst weit hinausgezögert werden. Aufgebaut ist schon ein Zelt. Es wird jedoch nicht die Bundeslade – wie im ersten Testament beschrieben - aufnehmen, sondern schlicht und einfach als Umkleideraum für die Restauratorinnen dienen.

Bleibt noch zu erwähnen, dass bei den montäglichen Bauberatungen auch immer Vertreter der Kaufmannsgemeinde (Bauausschuss und Projektgruppe) mit anwesend sind.  

Stand am 20. März 2014

Die Kaufmannskirche hält Winterschlaf - so steht es im mercatorum. Aber tut sie das wirklich? Wo sind die Restauratorinnen, die so aktiv mit der Altarrestaurierung begannen? Die Ruhe im Chorraum ist den tiefen Temperaturen geschuldet, die ein Arbeiten am empfindlichen Lindenholz mit seinen verschiedenen Fassungen verbietet. Und trotzdem arbeiten die Restauratoren mit Hochdruck weiter. Wie ist das möglich?

 Die Figuren werden in die Restaurationswerkstatt transportiert und dort bei konstanten Feuchte- und Temperaturbedingungen bearbeitet. Die Restauratorinnen Heike Glaß, Mary Randhage und Claudia Marschner haben in die Restaurierungswerkstatt nach Weißensee geladen, um über ihre Arbeit zu berichten. Sie tragen eine große Verantwortung bei der Restaurierung. Denn wenn die Fassung großflächig nicht mehr vorhanden ist, gilt es auszugleichen oder die Fassung zu erneuern. (siehe Bild)

Oder es wurde festgestellt, dass die Flügel eines Engels unter schiedlich sind und falsch angebracht worden waren. Wie geht man damit um? Welcher Flügel ist echt und welcher wurde vielleicht später angebracht? Auch darf kein Unterschied zu sehen sein zwischen den in der Werkstatt restaurierten Figuren und den Restaurierungen in der Kirche. Ein Beispiel aus der Abendmahlsgruppe macht die Schäden an den Inkarnaten besonders deutlich. Dies sind nur einige Probleme, mit denen die Restauratorinnen konfrontiert werden. Da kann ich als Laie nur voller Hochachtung staunen und umso mehr mich mit der Kaufmannsgemeinde und den vielen zu erwartenden Besuchern aus nah und fern auf den vollständig restaurierten Altar freuen als eine Predigt des Holzes wie eine Novelle von Hans Frank lautet.

Stand September 2014

Der Friedemannsche Altar ist weitgehend restauriert. Welch eine Freude! Freude bei den Kunstinteressierten, Freude bei der Gemeinde und sicher auch Freude bei den vielen Besuchern, die nun kommen werden. Und Dankbarkeit, dass dieses Mammutvorhaben der Restaurierung des Altars gelingen konnte. Es ist kaum möglich, alle zu erwähnen, die daran ihren Anteil haben. Aber es drängt mich, stellvertretend zu einigen etwas zu sagen.

Da sind die in über 17 Projektsitzungen gemachten Überlegungen, Gespräche, Beratungen und Beschlussfassungen der vom GKR autorisierten Projektgruppe „Altarrestaurierung“. Die Projektgruppe stand in ständigem Kontakt mit Architekturbüro, Restauratorinnen und Fördermittelgebern. Da sind die fachlichen Berater des Thüringischen Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie und ihr Ringen um einen akzeptablen - und auch bezahlbaren - Kompromiss. Da sind die Fördermittelgeber von Bund, Land, Kommune und EKM, sowie die Sponsoren und alle, die sich hier eingesetzt haben. Da sind die Mitarbeitenden des Architekturbüros Smits und Partner, die geduldig das Vorhaben begleitet haben. Da sind da natürlich die Restauratorinnen – stellvertretend seien Mary Randhage und Heike Glaß genannt. Sie waren vor Ort, haben die restauratorische Arbeit koordiniert und geleistet, trotz Temperaturwidrigkeiten und Holzschutzmittelbelastung. Da sind da die Ehrenamtlichen der geöffneten Kirche, die versuchten, den Besuchenden einen  möglichst guten Eindruck auf die Kirche und ihre Kunstwerke zu ermöglichen. Und da sind nicht zuletzt wir, die Kaufmannsgemeinde, die mit den Beschwernissen bei der Restaurierungszeit klarkommen mussten und für weitere Sanierungen des Kirchenschiffes noch viel Geduld aufbringen müssen. Allen sei Dank gesagt.

Stand am 31. Oktober 2014 (Abschluss)

Mit einem Festgottesdienst am Reformationstag 2014 in der voll besetzten Kaufmannskirche wurde der fertig restaurierte Friedemann-Altar wieder eingeweiht. Altardecke, Antependium, Kreuz, Bibel, Kerzen und Abendmahlsgeräte fanden ihren neuen/alten Platz auf der Mensa. Pfarrer Dr. Tilmann Cremer war Liturg, und der frühere langjährige und heute hochbetagte Pfarrer der Kaufmannsgemeinde Dr. Hans-Jochen Genthe hielt die Festpredigt. Auch Chor, Instrumentalmusik, Grußworte und ein kleiner Empfang nach dem Gottesdienst ließen diesem zu einem besonderen Höhepunkt im Gemeindeleben werden. (hier Bilder)


Ausblick auf die Sanierung des Kirchenschiffes und die Epitaphrestaurierung
(Stand Ende September 2016)

Am 3. November um 10:00 Uhr öffnet sich für uns in der Kaufmannskirche die Tür für einen weiteren Schritt der Sanierungsarbeiten. Dann wird nämlich offiziell und feierlich der Fördermittelbescheid über insgesamt 267.711,50 Euro übergeben. Die Mittel stammen zum einen aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramm des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) und zum anderen vom Thüringischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie (TLDA). Mit dieser Unterstützung wird es uns ermöglicht die Epitaphe im Chorraum der Kaufmannskirche zu restaurieren und die Feuchteschäden an den Wänden des Kirchenschiffes zu beseitigen. Die Nachricht über diese Fördermittelzuwendung war eine große Freude, stellt uns zugleich aber auch vor einige Herausforderungen.
Zum einen müssen wir aufgrund geänderter Förderbedingungen zusätzlich 4.000 Euro als Eigenmittel aufbringen. Zum anderen wird das Kirchenschiff für zwei Monate eine Baustelle sein (10.10.-17-12.). Gottesdienste und andere Veranstaltungen können nur im Chorraum stattfinden. Der Zugang erfolgt dann über die Tür auf der nördlichen Chorraum-Seite, der leider nicht barrierefrei ist.

Stand am 20. November 2016

Am 7. Oktober war Bauanlaufberatung, seither verändert sich die Kirche von Woche zu Woche. In den ersten Tagen wurde nach Rückbau der Einbauten (Windfänge, Schalt- und Service-Raum) der alte Putz von den Wänden des Kirchenschiffes bis auf Emporenhöhe entfernt. Auf die alten Steine hatte man im ausgehenden 19. Jahrhundert einen Teeranstrich aufgebracht, um die Wände vor der aufsteigenden Feuchtigkeit zu schützen – leider ein vergeblicher Versuch, der langfristig nur zu weiteren Schäden führte.
Jetzt liegen die Steine blank und ermöglichen interessante Einblicke in die Baugeschichte und in verschiedene Phasen der Ausgestaltung. Zwar wurden seinerzeit vor dem Aufbringen des Teeranstriches an den Außenwänden mit dem alten Putz auch alle alten Farbreste beseitigt, aber an den Innenmauern wurden stellenweise noch mehrere Farbschichten entdeckt.
Deutlich sichtbar wurden auch bauliche Veränderungen, z.B. die Versetzung des Westportals um ca. 15 cm. Bei den bisherigen Abrissarbeiten wurden allerdings auch massive Schäden an einigen Emporenstützen entdeckt, insbesondere an der Westwand. Bis zu der für die nähere Zukunft (wir hoffen auf 2018) geplanten Um- und Neugestaltung von Emporen, Fußboden und Einbauten werden diese stark geschädigten Emporenstützen durch ein Provisorium verstärkt werden müssen.  Auch nach dem für den 16.12.2016 geplanten Ende der gegenwärtigen Baumaßnahmen wird also an manchen Stellen zu sehen sein, dass nach wie vor akuter Handlungsbedarf bei der baulichen Erhaltung unserer Kirche besteht.

Stand Anfang 2017

Es tut sich etwas! Gerüste stehen links und rechts im Altarraum und verhüllen die Epitaphe. Wer an Werktagen in die Kirche kommt, sieht oder besser hört das Arbeiten der Restaurierungswerkstatt Streit aus Weimar an den beiden Epitaphen – an der Nordseite Tettau, an der Südseite v. d. Sachsen. Das Zieglersche Pfeilerepitaph ruht verhüllt.

Stand September 2017

Das Gerüst an der Nordseite ist gefallen, das Tettau-Epitaph strahlt. Aber Halt! Hier fehlt doch noch etwas, nur ein Teil ist restauriert. Wir fragen nach. Ja, das ist so gewollt. Das ist eine sogenannte Musterachse, die den Verantwortlichen – vorrangig dem Thüringischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie (TLDA) - zeigen soll, wie weiter gearbeitet werden könnte. Und sie wurde bestätigt. Selbst der Laie sieht den markanten Unterschied links und rechts im Tettau-Epitaph. So wie der linke Teil soll es aussehen, wenn das gesamte Epitaph restauriert ist. Auch beim v. d. Sachsenepitaph wurde bereits eine solche Musterachse angefertigt.

Am großen v. d. Sachsen-Epitaph hat Dipl. Rest. Streit aus Weimar den Zuschlag bekommen, so dass bis Jahresende weiter gearbeitet werden kann.