Kantatengottesdienst am 21. November 2018

Am Mittwoch, dem 21 November  (Buß- und Bettag), findet um 19 Uhr in der geheizten Michaeliskirche unser nächster Kantatengottesdienst statt.

Aufgeführt werden die Kantaten
"Danket dem Herrn" von Christian Ludwig Boxberg (1670- 1729)
"Herr, lehre mich doch bedenken, dass ein Ende mit mir haben muss" von Christian Friedrich Witt (1665 - 1717)
"Ich war tot und siehe, ich bin lebendig" von Christoph Heinrich Stölzel (1690 - 1749)

Lebensdaten von Christian Ludwig Boxberg (Quelle: Wikipedia)

Lebensdaten von Christian Friedrich Witt (Quelle: Wikipedia)

Lebensdaten von Gottfried Heinrich Stölzel

Der Chor der Kaufmannsgemeinde singt gemeinsam mit
dem Chor des Christophoruswerks und dem Schülerchor der Evangelischen Gemeinschaftsschule die Chorsätze.

Solisten: Christine Besel-Greese/Sopran, Antje Gebauer/Alt, Mark Mönchgesang/Tenor, Heiko Mauchel/Bass

Instrumentalensemble mit Michael Heinrich und Sandra Godescheidt/Barocktrompete

Orgel: Johannes Häußler

Leitung: Michael Jahn

Lassen Sie sich, Ihre Freunde und Angehörigen dazu ganz herzlich einladen.

Foto: Von ErwinMeier - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=62057511

Christian Ludwig Boxberg wurde am 24. April 1670 in Sondershausen geboren und starb am 1. Dezember 1729 in Görlitz. Boxberg besuchte die Thomasschule und die Universität Leipzig. 1692 wurde er Organist in Großenhain, wirkte aber gleichzeitig als Sänger, Librettist und Opernkomponist. Zwischen 1694 und 1700 wurden mehrere Opern von ihm in Leipzig, Wolfenbüttel, Kassel und Ansbach aufgeführt. Seine einzige erhaltene Oper ist der Sardanapalus, den er 1698 für den Ansbacher Hof als Gastspiel der Leipziger Oper schrieb und der dadurch in der Bibliothek erhalten blieb. 1702 wechselte er an die Kirche St. Peter und Paul in Görlitz. Von diesem Zeitpunkt an wandte er sich der Kirchenmusik zu. 1704 veröffentlichte er die Beschreibung der dortigen Sonnenorgel von Eugenio Casparini. In seinen Bühnenwerken versuchte er in der Nachfolge von Nicolaus Adam Strungk die Schaffung einer deutschen Nationaloper in seiner Heimat, seine Werke zeigen aber deutlich italienische und insbesondere venezianische Einflüsse, was wohl auf Strungks Erfahrungen in Italien zurückzuführen ist.

Christian Friedrich Witt wurde um 1666 in Altenburg geboren und starb am 3. oder 13. April 1717 in Gotha. Christian Friedrich Witt war der Sohn des Altenburger Hoforganisten Johann Ernst Witt und wurde vermutlich von seinem Vater ausgebildet. Der Gothaer Hof ermöglichte ihm „zu weiterer Bildung in der Kunst“ einen Aufenthalt in Salzburg und Wien. Im Zeitraum 1685 und 1686 weilte er in Nürnberg, wo er Unterricht von Georg Caspar Wecker erhielt. Im Juni 1686 wurde er in Gotha Kammerorganist am Hof von Sachsen-Gotha-Altenburg, neben dem Hoforganisten Nicolaus Körner, bei einem Gehalt von 142 Gulden. 1688 war er erneut eine Zeit lang bei Wecker in Nürnberg. 1694 erhielt er die Ernennung zum Kapelldirektor, wo er fast gleichrangig neben Kapellmeister Wolfgang Michael Mylius (1636–1712) wirkte. Nach dessen Tod 1713 erhielt Witt die Stelle des Kapellmeisters. Georg Philipp Telemann beschreibt Witt in Johann Matthesons Grundlagen einer Ehren-Pforte (1740) als einen „geschickten Kapellmeister“. Zu seinen bekannten Schülern zählen u. a. Hieronymus Florentinus Quehl. Witt schrieb mehr als 70 Kantaten und gab im Jahre 1715 die Psalmodia Sacra heraus, welche 762 Hymnen enthält, wovon Friedrich Wilhelm Marpurg schrieb, es sei das „beste musicalische Gesangbuch, dass ich kenne“. Darüber hinaus komponierte er Claviermusik und Instrumentalwerke, darunter mehrere Concerti, Ouverturen und Suiten im französischen Stil und sieben als Sonaten bezeichnete Concerti grossi im italienischen Stil. Von Witt stammt die Melodie des Kirchenliedes Schmückt das Fest mit Maien (EG 135). Seine Komposition „Passacaglia in d“ galt bis ins 19. Jahrhundert hinein als ein Werk J. S. Bachs (BWV Anh. 182).

Gottfried Heinrich Stölzel wurde am 13. Januar 1690 in Grünstädtel bei Schwarzenberg im Erzgebirge als Sohn eines Organisten und Lehrers geboren und starb am 27. November 1749 in Gotha. An der Universität Leipzig studierte er Theologie, beschäftigte sich aber noch intensiver mit Musik, wobei Telemanns Werke besonders anregend auf ihn wirkten. 1710 ging er für zwei Jahre als Musiklehrer nach Breslau, bevor er nach der Erledigung von Kompositionsaufträgen für Naumburg, Zeitz und Gera 1713 nach Venedig und 1714 nach Rom reiste und weitere italienische Musikzentren aufsuchte. Hier lernte er die bedeutendsten italienischen Komponisten und deren Musik sowie Aufführungspraxis kennen, dabei immer selbst musikalisch schaffend. Über Linz und Budweis kam Stölzel nach Prag. Sein Name war inzwischen durch Opern, deutsche, italienische und lateinische Oratorien, Messen und Instrumentalwerke so bekannt, dass Stölzel einen Ruf durch Kurfürst August den Starken an den sächsischen Hof erhielt, den er aber aus unbekannten Gründen ausschlug. Er ging 1717 nach Bayreuth und war von 1718 bis 1719 als höchgräflich Reuß-Plauischer Kapelldirektor und Musiklehrer am Gymnasium und als Hoforganist in Gera angestellt.
1719 heiratete Gottfried Heinrich Stölzel die älteste Tochter Christiane Dorothea des Hofdiakons M. Johann Knauer in Schleiz, der ihm viele Kantatentexte lieferte. Aus dieser Ehe gingen zehn Kinder hervor, deren Nachkommen bis ins 20. Jahrhundert hinein einen Stamm bedeutender Juristen, Verwaltungsbeamter und Theologen stellten.
Schließlich folgte er 1719 einem Ruf Herzog Friedrichs II. als herzoglich Gothaisch-Altenburgischer Hofkapellmeister nach Gotha. Diese Stelle behielt er bis zu seinem Tode 1749 bei. Sein Nachfolger wurde Georg Benda.
Stölzels Haupttätigkeit in Gotha bestand in der Komposition von Kirchenmusik, daneben  von Opern, Serenaden, Tafelmusiken und anderen Instrumentalwerken für höfische Zwecke.