Kantatengottesdienst am 3. Dezember 2017

Am 3 Dezember (1. Advent) findet um 10 Uhr in der geheizten Michaeliskirche unser nächster Kantatengottesdienst statt.

Aufgeführt werden die Kantaten
"Sehet, welch eine Liebe" von Gottfried Heinrich Stölzel (1690 - 1749)
"Uns ist ein Kind geboren" von Christian Samuel Barth (1735 - 1809)

Das Notenmaterial zu letzterer Kantate stammt aus der Ministerialbibliothek Celle und ist der ehemalige Notenbestand der Prediger-, Regler-, Kaufmanns- und Michaelisgemeinde von Erfurt. Der Gesamtbestand gibt ein genauen Einblick in die Kirchenmusik des 18. und 19. Jahrhunderts in den Erfurter Kirchen. Im 19. Jahrhundert kam dieser Bestand nach Celle.

Lebensdaten von Gottfried Heinrich Stölzel

Lebensdaten von Christan Samuel Barth

Der Chor der Kaufmannsgemeinde singt die Chorsätze.

Solisten: Christine Besel-Greese/Sopran, Antje Gebauer/Alt, Mark Mönchgesang/Tenor, Heiko Mauchel/Bass

Instrumentalensemble mit Streichern, Barocktrompeten, Pauken und Flöte

Continuo: KMD Bernd Müller

Leitung: Michael Jahn

Lassen Sie sich, Ihre Freunde und Angehörigen dazu ganz herzlich einladen.

Foto: Von ErwinMeier - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=62057511

Gottfried Heinrich Stölzel wurde am 13. Januar 1690 in Grünstädtel bei Schwarzenberg im Erzgebirge als Sohn eines Organisten und Lehrers geboren und starb am 27. November 1749 in Gotha. An der Universität Leipzig studierte er Theologie, beschäftigte sich aber noch intensiver mit Musik, wobei Telemanns Werke besonders anregend auf ihn wirkten. 1710 ging er für zwei Jahre als Musiklehrer nach Breslau, bevor er nach der Erledigung von Kompositionsaufträgen für Naumburg, Zeitz und Gera 1713 nach Venedig und 1714 nach Rom reiste und weitere italienische Musikzentren aufsuchte. Hier lernte er die bedeutendsten italienischen Komponisten und deren Musik sowie Aufführungspraxis kennen, dabei immer selbst musikalisch schaffend. Über Linz und Budweis kam Stölzel nach Prag. Sein Name war inzwischen durch Opern, deutsche, italienische und lateinische Oratorien, Messen und Instrumentalwerke so bekannt, dass Stölzel einen Ruf durch Kurfürst August den Starken an den sächsischen Hof erhielt, den er aber aus unbekannten Gründen ausschlug. Er ging 1717 nach Bayreuth und war von 1718 bis 1719 als höchgräflich Reuß-Plauischer Kapelldirektor und Musiklehrer am Gymnasium und als Hoforganist in Gera angestellt.
1719 heiratete Gottfried Heinrich Stölzel die älteste Tochter Christiane Dorothea des Hofdiakons M. Johann Knauer in Schleiz, der ihm viele Kantatentexte lieferte. Aus dieser Ehe gingen zehn Kinder hervor, deren Nachkommen bis ins 20. Jahrhundert hinein einen Stamm bedeutender Juristen, Verwaltungsbeamter und Theologen stellten.
Schließlich folgte er 1719 einem Ruf Herzog Friedrichs II. als herzoglich Gothaisch-Altenburgischer Hofkapellmeister nach Gotha. Diese Stelle behielt er bis zu seinem Tode 1749 bei. Sein Nachfolger wurde Georg Benda.
Stölzels Haupttätigkeit in Gotha bestand in der Komposition von Kirchenmusik, daneben  von Opern, Serenaden, Tafelmusiken und anderen Instrumentalwerken für höfische Zwecke.

Christian Samuel Barth (* 13. Januar 1735 in Glauchau; † 8. Juli 1809 in Kopenhagen) war ein deutscher Oboist und Komponist. Barth wurde als Sohn des Kaufmanns George Samuel Barth geboren. Er besuchte die humanistische Thomasschule zu Leipzig, während Johann Sebastian Bach Thomaskantor war. Er spielte als Oboist ab 1753 im Hoforchester Rudolstadt, ab 1762 in Weimar, ab 1768 in Hannover und ab 1772 in Kassel. Von 1786 bis 1798 war er schließlich Mitglied der Hofkapelle Kopenhagen unter Johann Gottlieb Naumann. Zudem komponierte er mehrere Stücke.