Kantatengottesdienst am 14. Mai 2017

Am 14. Mai (Sonntag Cantate) findet in der Kaufmannskirche der erste diesjährige Kantatengottesdienst statt.

Aufgeführt werden drei Kantaten von Gottfried Heinrich Stölzel (1690 - 1749):

·    "Er stößet die Gewaltigen vom Stuhl"

·    "Herr, wie sind deine Werke so groß"

·    "Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten"

Lebensdaten von Gottfried Heinrich Stölzel

 

Der Chor der Kaufmannsgemeinde und der Schülerchor des Evangelischen Ratsgymnasiums singen die Chorsätze.

Solisten:
Christine Besel-Greese Erfurt/Sopran
Antje Gebauer Erfurt Alt

Barock-Instrumentalensemble (Leitung: Frank Drechsel)

Kirchenmusikdirektor Bernd Müller Continuo

Gesamtleitung Michael Jahn

Lassen Sie sich, Ihre Freunde und Angehörigen dazu ganz herzlich einladen.

Gottfried Heinrich Stölzel wurde am 13. Januar 1690 in Grünstädtel bei Schwarzenberg im Erzgebirge als Sohn eines Organisten und Lehrers geboren und starb am 27. November 1749 in Gotha. An der Universität Leipzig studierte er Theologie, beschäftigte sich aber noch intensiver mit Musik, wobei Telemanns Werke besonders anregend auf ihn wirkten. 1710 ging er für zwei Jahre als Musiklehrer nach Breslau, bevor er nach der Erledigung von Kompositionsaufträgen für Naumburg, Zeitz und Gera 1713 nach Venedig und 1714 nach Rom reiste und weitere italienische Musikzentren aufsuchte. Hier lernte er die bedeutendsten italienischen Komponisten und deren Musik sowie Aufführungspraxis kennen, dabei immer selbst musikalisch schaffend. Über Linz und Budweis kam Stölzel nach Prag. Sein Name war inzwischen durch Opern, deutsche, italienische und lateinische Oratorien, Messen und Instrumentalwerke so bekannt, dass Stölzel einen Ruf durch Kurfürst August den Starken an den sächsischen Hof erhielt, den er aber aus unbekannten Gründen ausschlug. Er ging 1717 nach Bayreuth und war von 1718 bis 1719 als höchgräflich Reuß-Plauischer Kapelldirektor und Musiklehrer am Gymnasium und als Hoforganist in Gera angestellt.
1719 heiratete Gottfried Heinrich Stölzel die älteste Tochter Christiane Dorothea des Hofdiakons M. Johann Knauer in Schleiz, der ihm viele Kantatentexte lieferte. Aus dieser Ehe gingen zehn Kinder hervor, deren Nachkommen bis ins 20. Jahrhundert hinein einen Stamm bedeutender Juristen, Verwaltungsbeamter und Theologen stellten.
Schließlich folgte er 1719 einem Ruf Herzog Friedrichs II. als herzoglich Gothaisch-Altenburgischer Hofkapellmeister nach Gotha. Diese Stelle behielt er bis zu seinem Tode 1749 bei. Sein Nachfolger wurde Georg Benda.
Stölzels Haupttätigkeit in Gotha bestand in der Komposition von Kirchenmusik, daneben  von Opern, Serenaden, Tafelmusiken und anderen Instrumentalwerken für höfische Zwecke.